Wirtschaft, Recht & Politik

Mut zur Veränderung

18. September 2018

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Mut zur Veränderung

Die Reihen füllen sich langsam. Man hört Gemurmel im Heinz Nixdorf-Hörsaal.

Wir befinden uns zu Gast in der Bucerius Law School. ,,New World Order – Wie China die Welt verändert“, steht als Überschrift über der heutigen Veranstaltung.

Was das bedeutet wird ausführlich in den nächsten Stunden bei einem Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion besprochen. Es geht um Chinas Beziehung zu Deutschland, welche Bedeutung China in der Welt hat und vielmehr wie das Rollenverhältnis in der Zukunft aussehen wird.

Während wir gespannt auf den Beginn warten, bekommen wir die Chance mit Liu Guosheng zu sprechen. Er ist der Leiter von China Tours Hamburg CTH GmbH, dem führenden Reiseveranstalter in Deutschland für Reisen nach China und gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschaft für die Deutsch- Chinesische Verständigung e.V.

Der seit 30 Jahren in Deutschland lebende Chinese ist sich sicher, dass der Einfluss von China auf Deutschland weiter zunehmen wird. ,,Viele Deutsche haben Angst davor. Diese Ängste kann man nur abbauen, wenn man sich mit China auseinander setzt. Das Event heute sehe ich als kleinen Teil der Gesellschaft, Aufklärung in diesem Bereich zu verschaffen.“


Axel Neelmeier, Rechtsanwalt und Präsident der Chinesisch- Deutschen Gesellschaft Hamburg, eröffnet die Veranstaltung. Er spricht über ein ,,Verschobenes Verhältnis durch Trump“. Der deutsche Journalist, Korrespondent, Dokumentarfilmer und Autor Frank Sieren, der nach Neelmeier ans Rednerpult tritt, teilt diese Meinung. ,,Ich kann nur China“.

Er selbst lebt in China und ist bekannt für seine kritischen Aussagen. ,,Viele Deutsche machen sich Sorgen angesichts des Umbruches. China ist dort zuversichtlicher.“


An diesem Abend sind sich alle einig. ,,Wir stehen am Beginn eines Wandels“ und dieser Wandel wird ,,kein kurzer Spuk, sondern eine globale Veränderung.“, so Sieren.

Viele Dinge verunsichern uns. Unter anderem auch die Situation mit den Flüchtlingen oder Trump. Europa und die USA driften auseinander. Den Platz den die USA frei machen, wird von China eingenommen. ,,Europa tut es vielleicht gut, selbständig zu werden.“ Wir haben den Aufstieg von China unterschätzt. Während es förmlich einen Kampf zwischen China und den USA gibt, unter anderem in den Bereichen Social Media und allgemein in der Technik, hat Europa dem nie etwas entgegen gesetzt. Somit sind wir auf die USA und China angewiesen und verlieren weiter an Macht ,,Der Westen als Bestimmer funktioniert nicht mehr.“ Gerade bei diesem Thema hört man ein Raunen und einen Zwischenruf aus dem Publikum. ,,Doch wir haben dem was entgegen gesetzt!“ Sieren dazu nur kurz: ,,Wenn es etwas gibt, dann können Sie das ja später mal erzählen, ich denke aber im großen Rahmen und nicht an Kleinigkeiten.“ Aus den Reihen hört man Gelächter. 


,,Wir müssen lernen die Perspektive zu wechseln und die Welt mit den Augen der Anderen zu sehen.“, weiter führt Sieren an ,,Wir müssen Europa neu erfinden. Wir Deutschen sind am ehesten in der Lage Europa voran zu bringen“. 


In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Frank Sieren, Axel Neelmeier, Liu Guosheng und Chen Ping aus dem Botschaftsrat eröffnet Chen Ping das Wort. ,,Mich wundert es so viel positives über China zu hören, normalerweise ist das anders. 90% in den Medien über China sind negativ. China ist nicht optimal, aber China hat in den 40 Jahren, seit dem es die Öffnungspolitik gibt, viel geschafft und eine gewaltige Änderung erfahren.“ Sieren ist sich sicher: ,,China wird Europa in den Grundfesten verändern und zwar zum positiven.“ Neelmeier führt zu dem Thema ein Zitat von Sigmar Gabriel an: ,,Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Deutschland und China. China hat eine Strategie.“ Der Rechtsanwalt berichtet, dass er über dieses Zitat viel nachgedacht hat und ihm zustimmt. ,,Wir haben uns ein Rechtssystem geschaffen, das uns fesselt.“

Dabei habe er immer das Bild von Gullivers Reisen vor Auge, einem Riesen, der gefesselt auf dem Boden liegt. Liu Guosheng sagt dazu: ,,Die Veränderung durch die Öffnungspolitik war für die Chinesen nicht einfach. Wir haben vieles durchgemacht.“

 

Diese Worte regen zum Nachdenken an. Vielleicht stimmt es, vielleicht ist Deutschland in

seiner Denkweise festgefahren und macht sich selber das Leben schwer. Aber muss gerade aus diesem Grund alles beim Alten bleiben, wenn sich die Welt kontinuierlich ändert und wandelt? Sind wir in unseren Taten, Gedanken und Wissen so festgefahren, dass wir keine Bereitschaft für Neues haben? 


Vielleicht ist es jetzt an der Zeit sich mit dieser Thematik mehr auseinander zu setzen, um sich dann eine eigene Meinung zu bilden.

Autorin: Juliane Dethlefs

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