Wirtschaft, Recht & Politik

Die Chinesen

7. September 2018

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Die Chinesen

Am gestrigen Abend lud der Ex-Chefredakteur der Wirtschaftswoche Stefan Baron im Rahmen der diesjährigen China Time zu einer Vorstellung seines Buches „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“ und anschließender Diskussionsrunde ein.

In einem Nebensaal des Restaurants „NI HAO“ begrüßten Vizepräsidentin Olivia Merz und Dr. Werner Russ die Gäste. Durch die China Time seien mehr Gäste als geplant erschienen, so Russ, der das Wort nach der Begrüßung an Stefan Baron abgab. Dieser erklärte in einem sehr interessanten Monolog, warum er dieses Buch, zusammen mit seiner Frau Guangyan Yin-Baron, geschrieben hat. Das Buch soll interkulturell sein und zeigen, dass die heutige Welt nicht mehr nur westlich geprägt ist.

Des Weitern merkte Baron an, dass vor allem die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China, den Wohlstand unseres Landes herbeigeführt hat. Deutschland ist seiner Meinung nach „angewiesen auf die interkulturelle Kompetenz“. Auch den Fakt, dass China in vielen wissenschaftlichen Fragen viel weiter ist als Deutschland stellte er sehr gut dar und warf sogar die These in den Raum: „If you can´t beat them, join them.“ Trotz der Handelsbeziehungen und dem Tourismus ist vielen Deutschen China als Land, mit seinen Menschen immer fremd geblieben. Ein Fakt, den Baron zutiefst bedauert. Ein Zustand den er, so zumindest seine Hoffnung, mit dem Buch ein bisschen verbessern will.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde stellte er sich auch den kritischen Fragen der Gäste. Vor allem das Thema „People Ranking“ sorgte für eine interessante Diskussion. Das People Ranking ist ein in China eingeführtes System, welches „schlechtes Benehmen bzw. schlechte Taten“ bestraft. Somit wird es für Leute die in diesem Ranking negativ auffallen schwieriger, wenn diese z.B.: einen Kredit aufnehmen wollen. Der Datenschutz ist in China eben ein anderer als hierzulande. Die Diskussion brachte somit die ein oder andere Meinung ans Tageslicht. Von völligem Unverständnis bis hin zu der These, dass das System dazu führt, dass sich „die Menschen tatsächlich besser benehmen.“

Was die Beziehungen zwischen China und den USA angeht, sieht dies Baron als kritisch an. „ [Sie] haben Angst, dass etwas passiert, fühlen sich bedroht vom anderen, deshalb kann Krieg entstehen“, so der Baron. Er rechnet deshalb mit einem „neuen kalten Krieg“.
Weitere Themen waren: künstliche Intelligenz, Technologisierung, Datenschutz, und noch viele weiter Kontroversen, die zu wertvollen und wichtigen Diskussionen geführt haben.

Ob sich die Beziehungen und die Denkweisen der Deutschen und der Chinesen verbessern werden, indem beide Länder offener für einander sind und den „anderen auch so lassen wie er ist“, wird sich in Zukunft zeigen. Wir sind gespannt, wenn diesbezüglich ein neues Buch von Guangyan Yin-Baron und Stefan Baron erscheint.

 

Autor: Philipp Schmalz

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