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Bookmarking Qingdao

8. September 2018

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Bookmarking Qingdao

Qingdao – eine ehemals deutsche Kolonie – Artistic Research und Ausstellung

Am 07. September besuchten wir die Ausstellung „Bookmarking Qingdao – Artistic Research“. Diese thematisiert die Geschichte der ehemals deutschen Kolonie Qingdao, in China. Hier werden die geschichtlich-politischen Aspekte durch Kunst veranschaulicht.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es eine kurze Vorstellung durch die Künstlerin Dagmar Rauwald, welche auch selbst zwei der ausgestellten Kunstwerke erstellt hat. Anschließend begrüßte Julia Dat- tel (Behörde für Kultur und Medien in Hamburg) die Künstler und Besucher mit ein paar geschichtlichen Fakten zur Stadt Qingdao. Denn die Stadt Qingdao gehörte von 1898 bis 1919 als Kolonie zum Deutschen Reich. Der Pachtvertrag wurde eigentlich auf 99 Jahre ausgelegt, doch nach Beginn des ersten Weltkrieges wurde Qingdao im Jahre 1919 nach dreimonatiger Belagerung von Japan besetzt.

Danach übernahm, die aus Berlin angereiste Sinologin Stephanie Fenner die Leitung und führte die Besucher, nach einer kurzen Ansprache durch die ausgestellten Kunstwerke. Während der Führung wurde auf Fragen der Besucher eingegangen und über die Kunstwerke offen diskutiert. Viele Besucher teilten ihr persönliches Verständnis des Kunstwerks mit den Künstlern, was die Diskussion ins Laufen brachte.

Insgesamt finden sieben Kunstwerke ihren Platz in der Frappant Galerie. Vier der sieben Künstler, Dagmar Rauwald, Xinyi Li, Xin Tong und Yi Li waren an dem Abend anwesend und standen für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Die Kunstwerke sind in ihrer Gestaltung sehr verschieden, obwohl es um ein spezielles Thema geht: Der ehemals deutsche Kolonialismus in der Stadt Qingdao; der die Künstler inspiriert hat. Die Vielfalt der Werke führt von Videobeiträgen, Audiospuren bis hin zu Fotographien auf Folie, und mit Acrylfarbe bemalte Plastikfolien. Die Kunstwerke an sich sind sehr direkt und können bei fehlendem Fach- oder Hintergrundwissen nicht verstanden werden oder für Un- klarheiten sorgen. Beispielsweise gibt es ein Kunstwerk des Künstlers Nikita Kotliar, welches an die ehemals deutsche Bierbrauerei in Qingdao erinnern soll. Im gleichen Zuge spiegelt es aber auch die Kolonialzeit wider, was durch die deutsche Reichsflagge und die rote Farbe verdeutlicht wird.  In diesem Kunstwerk verbindet er die geschichtlichen Aspekte mit den noch heute verbliebenden Hinterlassenschaften aus der Kolonialzeit.

Jedes ausgestellte Werk soll die Erinnerungskultur widerspiegeln und politische Diskussionen anregen. Die Kunstwerke zeigen außerdem, den Umgang mit der Geschichte, denn jeder Künstler hat seine individuelle Perspektive, welche sich in dem jeweiligen Kunstwerk zeigt.

Es geht den Künstlern darum, die Geschichte zu hinterfragen und sich auf neue Perspektiven einzulassen. Die Ausstellung soll auch Fragen aufwerfen und nicht nur Antworten geben.

 

Autorin: Melina Brookmann

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