Kunst, Kultur & Bildung

Ausstellung im Gängeviertel

21. September 2018

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Ausstellung im Gängeviertel

Am 21.09.2018 stellte Pentiment, die internationale Sommerakademie für Kunst und Design in der Galerie Speckstraße ihre Werke aus. Der chinesische Gastdozent Ni Shaofeng brachte den deutschen Studenten die chinesische Tuschemalerei näher. Von dieser traditionellen Form ausgehend erarbeiteten Sie dann ihre ganz eigenen Werke.

 Die unscheinbare Wohnung sieht aus als wäre sie schon lange verlassen. Der Putz löst sich von den Wänden und der alte Holzfußboden hat an vielen Stellen Löcher. Eine Ecke im Raum ist durch den Ruß schwarz gefärbt und erzählt wohl möglich von einem früheren Brand. Doch dieser fast schon runtergekommene Ort ist alles andere als tot. Die Werke der Künstler an den Wänden und die vielen Menschen allen Altersgruppen erfüllen die Räume mit Leben. Als wir ankommen begrüßt uns Jan Köchermann, Leiter der Sommerakademie. Er erklärt uns die Philosophie hinter der Ausstellung. Hier soll jede Kunst ihren Platz haben, egal in welcher Gestalt. An der einen Wand hängen die Tuschemalereien einer fast erblindeten 80-jährigen Frau. Die großen, breiten Striche erzählen von ihrem Schicksal und wie sie damit umgeht. Die intensiven Farben und die klaren Strukturen sind so geschaffen, dass auch Sie ihre Kunst noch erkennen kann. In absehbarer Zeit wird sie ihr Augenlicht ganz verlieren. An der selben Wand, auf der anderen Seite hängen die Bronze- und Wachsarbeiten einer 16-jährigen, jungen Künstlerin die noch am Anfang ihres Lebens steht. Auch ihr Großvater ist dort und erzählt davon, wie er zusammen mit seiner Enkelin einen Kurs zum Arbeiten mit Bronze belegte. Hier ist es egal wie alt oder erfahren der Künstler ist. Jeder hat hier ein Forum für seine Werke, welche in entspannter Atmosphäre entdeckt werden dürfen.Unter den Gästen sind die Künstler selbst, ihre Freunde und auch PLATZHALTMOMALT, der direkt aus dem Flugzeug aus China zur Ausstellung kam. Er kann uns zu jedem Werk etwas erzählen und ist sehr stolz auf die Begabung seiner Schüler.

An diesem Abend haben wir eine neue Sichtweise auf die Kunst und ihre Facetten bekommen. Es braucht keine extravagante Galerie, was zählt sind die Werke, die Menschen und ihre Geschichten die dahinterstehen.

Autor: Jannik Pankow

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